“The owner of this cache locked it against voting.”

novoteDas Team NC666 hat sich gegen GC-Vote entschieden. Das bedeutet: Wir werten weder aktiv die Caches anderer Leute, noch nehmen wir daran passiv teil. Warum tun wir das (nicht)?

GC-Vote von BonnerGuido ist ein Bewertungstool mit Integration in die Website von geocaching.com. Nach der Installation des Tools im Firefox Browser (IE soll auch funktionieren), kann man, wenn man bei GC angemeldet ist, seine Wertung in Form von einem bis zu fünf Sternen abgeben. Diese Stimme wird auf dem Server von dosensuche.de zusammen mit dem Benutzernamen bei GC gespeichert.

Innerhalb der Suchlisten und Cachebeschreibungen von GC sieht man, wie ein Cache bewertet wurde. Auch ist die Sternchen-Anzeige inzwischen in den GC-GoogleMaps und diversen anderen Tools wie z.B. GSAK integriert.

Wo ist unser Problem?

GC-Vote polarisiert die Geoclub-Gemeinde zur Zeit wie wohl kein anderes Thema (Link).

- GC-Vote ist uneindeutig

Bei GC-Vote wird die Meinung eines Caches auf eine Anzahl Sternchen von 1 bis 5 reduziert. Wie jeder Teilnehmer diese Wertung auslegt, ist seine eigene Entscheidung. Bedeutet 1 Sternchen, dass der Cache Qulitäten hat? So wie ein Stern bei einem Restaurant schon eine hohe Bedeutung hat? Wenn der Cache mir nicht zusagt, gebe ich halt kein Sternchen. Oder ist eine Ein-Stern-Wertung ein vernichtendes Urteil, weil drei Sterne bedeuten “Der Cache ist durchschnittlich”?

- GC-Vote ist undifferenziert

Welche Maßstäbe soll ich anlegen. Ein ganz tolles Rätsel mit einem ganz tollen Final sind fünf Sterne? Ein ganz schlechtes Rätsel mit einem miesen Final ist ein Stern? Was ist dann ein tolles Rätsel mit einem schlechten Final? Oder umgekehrt: Wie werte ich ein langweiliges Rätsel mit einem aufregenden Final? Ist ein Cache prima, weil ich ihn aus dem Autofenster loggen kann? Oder gebe ich ihm eine gute Note, weil ich 25 Kilometer laufen und endlos suchen musste? Die Bewertungsgrundlagen sind wohl so unterschiedlich wie die Vorlieben der Cacher.

- GC-Vote ist anonym

Als Owner kann ich nicht sehen, wer meine Caches wie bewertet hat. Für viele ist anscheinend das gerade ein Grund, das System gut zu finden. Für kritische Bemerkungen im schriftlichen Log fehlt das Rückgrat, eine schlechte Bewertung muss nicht rechtfertigt werden. Außerdem ist es herrlich wenig Aufwand. Loggen hält schließlich genauso wie Logs lesen vom Cachen ab. Für uns gehört beides zwingend zum Cachen dazu.

Als Cacher kann ich nicht sehen, wer die Caches wie bewertet hat. Da sind wir wieder beim Thema “GC-Vote ist undifferenziert”. Wer sich mit dem Cachen und der dazugehörigen Szene auseinander setzt, lernt auch Leute einzuschätzen. Für uns ist das so, dass es Teams gibt, deren Bewertung mehr Wert ist als die Bewertungen, die zehn andere Teams abgeben.

- GC-Vote ist unsicher

GC-Vote basiert auf Daten, die per Internet reingespült werden. Technisch gesehen handelt es sich um unauthentifizierte http-Requests. Zur Teilnahme muss man weder sich als Wertender noch seine Caches zur Wertung anmelden. Daraus resultiert, dass

  • Owner ihre eigenen Caches bewerten können,
  • jeder mit ein wenig IT-KnowHow unter irgendwelchen Phantasienamen Wertungen haufenweise abgeben kann,
  • es teilweise mehr Votes als Suchende gibt,
  • Caches gezielt auf- oder abgewertet werden, ohne dass der Owner Kontrollmöglichkeiten hat und
  • Wertungen unter existierenden Realaccounts abgegeben werden können, solang der betreffende Account nicht aktiv eine Passwortsicherung beantragt hat.

Es hat wohl bereits Hacker-Angriffe gegeben, über deren Art und Ausmaß hat es bisher keine Aussagen des Betreibers gegeben. Es ist also spekulativ, ob es sich um Falschwertungen, Denial-Of-Service Attacken oder anderen Mißbrauch handelt. Hier vermissen wir Transparenz!

Der Betreiber der GC-Vote Server hat bisher nur eine sogenannte Opt-Out Möglichkeit geschaffen. Das bedeutet: wir müssen an ihn herantreten und ihn bitten, unseren Account mit einem Passwort zu sperren, damit niemand unter “NC666″ voten kann.

- GC-Vote hat keine Datenschutzerklärung

Was GC-Vote mit unseren Daten veranstaltet ist nicht wirklich geregelt. Es gibt zwar eine Art Stellungnahme dazu auf der Website von GC-Vote, aber deren Aussagekraft reicht von erschreckend bis induskutabel:

Die Bewertungsdaten werden auf einem eigenen Server außerhalb von geocaching.com gespeichert. Wenn Groundspeak mal selbst so eine Funktion einbaut und die gesammelten Daten passen, werde ich sie weitergeben. Das gleiche gilt auch für den Fall, dass sich ein anderer Bewertungsservice etabliert. Aber gespeichert werden eh nur User-Name, Cache-GUID und die Bewertung. Muss das wirklich geschützt werden?

(Die Hervorhebung stammt vom Author dieses Beitrags.)

Wenn es dem Betreiber als passt, wird er die abgegeben Votes also weitergeben. Ich freue mich schon auf Listen mit “Schlecht-Voter der Woche” oder “Der Benutzer mit den abweichendsten Votes des Monats”.

Um auf die Frage oben zu antworten: Natürlich müssen die Daten geschützt werden. Und zwar nicht nur gegen unauthorisierte Weitergabe sondern auch gegen Manipulation.

- GC-Vote ist oberflächlich

Die schnelle Auswahl von gut gewerteten Caches dient ausschließlich dazu, sich das Leben einfacher zu machen und wir befürchten, dass sich die Suchenden noch weniger als bisher mit den Cachebeschreibungen und Logs auseinandersetzen.

Für uns gehört das Lesen der Cachebeschreibung und der Vorgängerlogs genauso zum Cachen dazu, wie das Suchen der Dose. Selbstverständlich versuchen wir, aussagekräftige Logs zu schreiben. Positive und auch negative Kritik in den Logs unserer Caches wünschen wir ausdrücklich!

Wir hoffen, dass für unsere Position Verständnis aufgebracht wird. So schön die Idee eines Wertungssystems ist, die Schwächen sind uns zu eklatant. Bitte nutzt die Gelegenheit, einen aussagekräftigen Log zu schreiben.

Liebe Grüße
Team NC666

Geschrieben von Chris
Veröffentlicht am 13. Juni 2009
Letzte Aktualisierung am 13. Juni 2009